John Adams
John Adams wurde 1947 in Worcester, Massachusetts/USA geboren. Ab 1965 besuchte er die Harvard University und studierte Komposition bei Leon Kirchner. Nachdem er 1971 sein Studium abgeschlossen hatte, ging er nach Kalifornien, um dort für zehn Jahre am San Francisco Conservatory of Music zu unterrichten und das New Music Ensemble zu leiten. Nach seinen innovativen Konzerten ernannte man ihn zum Contemporary Music Advisor der San Francisco Symphony und dann zwischen 1979 und 1985 zum Composer In Residence. In dieser Zeit festigte sich auch sein Erfolg mit Werken wie Harmonium und Harmonielehre. 1982 erhielt er ein Guggenheim-Stipendium; 1988 übernahm er den Creative Chair beim St. Pauls Chamber Orchestra, wo er neben Dirigaten und eigenen Kompositionen die Programmgestaltung, Vergabe von Auftragskompositionen und Repertoireausweitung des Orchesters zur Aufgabe hatte.
Eines von John Adams bekanntesten Werken ist seine Oper Nixon in China, die 1987 an der Houston Grand Opera zur Premiere kam und als beste zeitgenössische Komposition 1989 mit dem Grammy ausgezeichnet wurde. Mit Nixon in China brachte der Komponist, gemeinsam mit Peter Sellars, der Librettistin Alice Goodman und dem Choreographen Mark Morris ein Stück Zeitgeschichte auf die Opernbühne und bahnte damit dem Typus des so genannten postmodernen Musiktheaters den Weg. Adams’ zweite Oper, The Death of Klinghœffer (1991), wieder in der Zusammenarbeit mit Sellars, Goodman und Morris entstanden, kam an der Brüsseler Oper im Jahre 1991 zur Premiere.
Anfänglich als Minimalist bekannt – er interessierte sich besonders für elektronische Musik, Jazz und die experimentellen Werke von John Cage, Christian Wolff, Morton Feldman und Robert Ashley, was sich in Kompositionen wie z. B. Klavierquintett (1970), Phrygian Gates (1977) und China Gates (1977) niederschlägt – hat Adams in seinen reiferen Werken die rhythmische Energie mit den Harmonien und den Klangfarben der späten Romantiker vereint. Gleichzeitig nahm er Bezug auf das weite Feld der populären wie auch ernsten Musik des 20. Jahrhunderts. So zum Beispiel in seinen Opern und dem geistreichen eklektischen Orchesterwerk Fearful Symmetries, das sowohl Strawinsky, Honegger wie auch Big-Band-Swing in sich vereint.
1991 ergab eine Statistik der American Symphony Orchestra League, eine Vereinigung der wichtigsten US-amerikanischen Orchester, dass John Adams der am meisten aufgeführte lebende amerikanische Komponist ist. Adams wurde in einer Titelstory der New York Times aus dem Jahr 2023 als «bedeutendster lebender Komponist» bezeichnet.
Seine Bühnenwerke, meist in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Sellars entstanden, markieren über drei Jahrzehnte hinweg wegweisendes Musiktheater. Dazu zählen u. a. Nixon in China (1987), The Death of Klinghœffer (1991), Doctor Atomic (2006), The Gospel According to the Other Mary (2012) und Girls of the Golden West (2017). Adams wurde mehrfach mit dem Grammy Award ausgezeichnet, u. a. für «Beste Orchesterdarbietung» (2005), «Bestes Klassik-Album» (2005) und «Beste Opernaufnahme» (2025).
Adams schreibt er regelmäßig für das New York Times Book Review und verfasst Beiträge für The New Yorker und The London Times. Sein Memoirenband Hallelujah Junction (2008), der Erinnerungen mit Reflexionen über das amerikanische Musikleben vereint, wurde mit dem Northern California Book Award für kreative Sachliteratur ausgezeichnet und von der New York Times als eines der «bemerkenswertesten Bücher des Jahres» gewürdigt.
On the Transmigration of Souls, welches im Auftrag der New Yorker Philharmoniker zum Gedenken an den ersten Jahrestag von 9/11 komponiert wurde, erhielt 2023 den Pulitzer-Preis für Musik.
Als Dirigent tritt Adams mit bedeutenden Orchestern weltweit auf, darunter die Berliner Philharmoniker, das London Symphony Orchestra und die Metropolitan Opera. Seine Programme kombinieren eigene Werke mit einem breiten Repertoire, das von Beethoven, Mozart und Wagner bis hin zu Strawinsky und Glass reicht.