Wiederaufnahme

Giselle

Zusammenfassung

Choreographie und Inszenierung von _Patrice Bart_ nach _Coralli_ und _Perrot_\Musik von _Adolphe Adam_
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam

Liebe und Verrat – das sind die großen Themen von Giselle, bis heute eines der Meisterwerke des Romantischen Ballettrepertoires. Das Bauernmädchen Giselle liebt nicht nur das Tanzen, sondern auch den adligen Albrecht, der ihr seine Herkunft verschweigt. Der junge Mann umwirbt sie, obwohl er bereits einer anderen versprochen ist. Als Giselle die Wahrheit erfährt, verliert sie den Verstand und stirbt an gebrochenem Herzen. Nach ihrem Tod wird sie in die Gemeinschaft der Wilis aufgenommen, Elfenwesen, die wie Giselle noch vor ihrer Hochzeit als Bräute gestorben sind. Gemeinsam mit ihren Gefährtinnen ist Giselle dazu verdammt, die Männer in der Nacht zum Tanzen zu verführen bis diese vor Erschöpfung sterben. Darüber wacht Myrtha, die Königin der Wilis. Auch Albrecht kommt in den Wald, um Giselles Grab zu besuchen.

Der Wunsch, geisterhaft schwebende Elfenwesen auf der Bühne darzustellen, war es, der die Choreographen im 19. Jahrhundert, zuerst in Paris, dazu inspirierte, den Bühnentanz buchstäblich auf die (Fuß-)Spitze zu treiben. In zumeist unheimlichen Szenerien trieben tanzende Elfen- und Feenwesen ihr Unwesen – im Ballett Giselle sind es die tanzsüchtigen Wilis, um die sich das Libretto rankt. In Anlehnung an die große französische Tradition, der er selbst entstammt, hat Patrice Bart eine Fassung erarbeitet, die sich eng an die Original-Choreographie von Jean Coralli und Jules Perrot anlehnt und zugleich die Frische und Zeitlosigkeit der Sprache des Romantischen Balletts zum Ausdruck bringt. Auch das Bühnenbild von Peter Farmer orientiert sich an der Ästhetik dieser Tradition. Patrice Barts Giselle feierte bereits im Jahr 2000 in der Staatsoper Unter den Linden Premiere.

Termine

2024
2024






Info

Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
8,00 – 27,00
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
7,00 – 12,00
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
15.00 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Familienvorstellung

13.00 Uhr

5

Familienworkshop

Als Vorbereitung auf den Vorstellungsbesuch werden die Handlung erzählt, wichtige Rollen vorgestellt und kurze Tanzszenen einstudiert. Nur in Verbindung mit dem Besuch der Familienvorstellung buchbar.

 
Anmeldung erforderlich

Telefon: 030 34 384-166
E-Mail: contact@tanz-ist-klasse.de

Zum Sterben schön. Eine Ästhetik der Vergänglichkeit

Kolumne

In den Kulissen des künstlerischen Schaffens tanzt der Tod eine bedeutende Rolle. Von dramatischen Theaterstücken bis hin zu opulenten Aufführungen der Oper ist das Motiv des Bühnentods der Dreh- und Angelpunkt unzähliger Produktionen. Häufig ist es der klassische Grundkonflikt, der die Handlung vorantreibt: eine Dreiecksgeschichte, eine verhinderte oder unmögliche Liebe, die zu Rivalität und Rache, Verzweiflung, Wahnsinn oder zum Selbstmord führt.


In der Oper erfüllt der Tod die Szenerie mit seiner eigenen musikalischen Sprache. Aber auch im Ballett wird der Tod auf eine einzigartige Weise inszeniert. Hier wird er im klassischen Ballett nicht nur als tragische Figur dargestellt, sondern vor allem als ästhetischer Ausdruck. Das Ballett haucht dem Tod eine beinahe greifbare Lebendigkeit ein und lotet gleichzeitig die Zerbrechlichkeit des Lebens sowie die tiefen Emotionen aus, die es begleiten, denken wir dabei nur an Anna Pawlowas Interpretation von Michail Fokins Choreographie des Sterbenden Schwans. Das Ballett nutzt dabei nicht nur die tänzerische Ausdrucks- kraft, sondern auch die künstlerische Gestaltung von Kostümen, insbesondere die des ikonischen Tutus, um die Darstellung des Todes zu verstärken. Das transparent weiße, wadenlange, so genannte romantische Tutu hat seinen Ursprung im 19. Jahr- hundert und war mit der Erfindung des Spitzenschuhs und dem Spitzentanz von der Tanzbühne nicht mehr wegzudenken. Zu dieser Zeit wurden Theaterkulissen zunehmend mit Gaslichtern und den ersten elektrischen Lampen beleuchtet, die das Spiel mit Licht und Schatten, mit der Transparenz von halbtransparenten Vorhängen ermöglichte und zu illusionistischen Darstellungen inspirierte. Diese mystische Kulisse, in der das Tutu fast wie ein schwebender Schleier erschien, beflügelte nicht nur die Fantasie des Publikums, sondern auch Librettisten, Komponisten, Regisseure und Bühnenbildner im Romantischen Zeitalter. Die Transparenz und Leichtigkeit des Tutus verstärkten den Effekt, indem es den Eindruck erweckte, dass die Tänzerin förmlich durch den Raum schwebe – eine Anmutung, die an Geister oder übernatürliche Wesen erinnerte. Es unterstrich die Ästhetik des Todes oder einer übernatürlichen Erscheinung, wie die von Geistern, Feen oder anderen spirituellen Wesen. 

In diesem kulturellen Kontext wurde der Tod nicht mehr als das endgültige Ereignis betrachtet, sondern als ein ästhetisches Konzept verstanden, mit dem menschliche Endlichkeit mit dem Jenseitigen verbunden wurde. Im Ballett Giselle führt die Liebe an sich zum Tod. Die Ästhetisierung des Todes manifestierte sich als kulturelle Tendenz in verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen, einschließlich des klassischen Balletts. Sie spielte sich nicht nur als zentrale Frage auf der Bühne ab, sondern auch als eine existenzielle Frage des wirklichen Lebens im 19. Jahrhundert.

Entnommen aus der Ballettzeitung No. 2, Text: Katja Wiegand.