Wiederaufnahme

Giselle

Zusammenfassung

Choreographie und Inszenierung von _Patrice Bart_ nach _Coralli_ und _Perrot_\Musik von _Adolphe Adam_
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung von Patrice Bart nach Coralli und Perrot
Musik von Adolphe Adam

Liebe, Verrat und die Sehnsucht nach Vergebung prägen eines der bewegendsten Werke des Romantischen Balletts. Giselle, ou les Wilis wurde am 28. Juni 1841 an der Pariser Oper uraufgeführt und gilt als Höhepunkt jener Epoche, in der Tanz zur Verkörperung des Übernatürlichen wurde.

Im Mittelpunkt steht ein junges Bauernmädchen, das das Tanzen liebt und sich in den adligen Albrecht verliebt. Als Giselle erfährt, dass Albrecht einer anderen versprochen ist, zerbricht ihre Welt. Sie verliert den Verstand und stirbt an gebrochenem Herzen. Doch ihre Geschichte endet nicht mit dem Tod.

Als eine der Wilis, geisterhafte Bräute, die vor ihrer Hochzeit starben, wird sie Teil einer nächtlichen Gemeinschaft, die Männer zwingt, bis zum Tode zu tanzen. Im zweiten Akt, jener «weißen» Sphäre des Romantischen Balletts, begegnet Giselle Albrecht wieder. Ihre Bewegung wird zur Sprache des Mitgefühls und hebt die Grenze zwischen Leben und Tod auf.

Giselle gilt als Inbegriff des Romantischen Balletts und zugleich als Wendepunkt in der Tanzgeschichte. Die Vorstellung des ‹schwebenden Körpers› prägte das Ideal des Spitzentanzes und machte die Tänzerin zur Symbolfigur des Unerreichbaren.

In dieser Tradition steht die Inszenierung von Patrice Bart, die auf der Originalchoreographie von Jean Coralli und Jules Perrot beruht. Seit der Premiere im Jahr 2000 an der Staatsoper Unter den Linden berührt Patrice Barts Giselle mit ihrer Mischung aus klassischer Schönheit und zeitloser Intensität.

Empfohlen ab 7 Jahren

Termine

2026
2026






 
Info

Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
15.00 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
18.00 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
18.00 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Staatsoper Unter den Linden
19.30 Uhr
2 h 20 min inkl. einer Pause
Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
Familienvorstellung- & Workshop

13.00 Uhr

5

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen bei Familienvorstellungen auf allen Plätzen 10 €.

Schon im Vorfeld können sich Kinder und Jugendliche in Workshops gemeinsam mit ihren Eltern mit einer altersgerechten Einführung auf den Ballettbesuch vorbereiten, mehr zur Handlung erfahren, die Charaktere kennenlernen und kurze Szenen aus dem Stück tanzen. Der Workshop findet zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn statt.

 
Anmeldung erforderlich

Telefon: 030 34 384-166
E-Mail: contact@tanz-ist-klasse.de

Zum Sterben schön. Eine Ästhetik der Vergänglichkeit

Kolumne

In den Kulissen des künstlerischen Schaffens tanzt der Tod eine bedeutende Rolle. Von dramatischen Theaterstücken bis hin zu opulenten Aufführungen der Oper ist das Motiv des Bühnentods der Dreh- und Angelpunkt unzähliger Produktionen. Häufig ist es der klassische Grundkonflikt, der die Handlung vorantreibt: eine Dreiecksgeschichte, eine verhinderte oder unmögliche Liebe, die zu Rivalität und Rache, Verzweiflung, Wahnsinn oder zum Selbstmord führt.


In der Oper erfüllt der Tod die Szenerie mit seiner eigenen musikalischen Sprache. Aber auch im Ballett wird der Tod auf eine einzigartige Weise inszeniert. Hier wird er im klassischen Ballett nicht nur als tragische Figur dargestellt, sondern vor allem als ästhetischer Ausdruck. Das Ballett haucht dem Tod eine beinahe greifbare Lebendigkeit ein und lotet gleichzeitig die Zerbrechlichkeit des Lebens sowie die tiefen Emotionen aus, die es begleiten, denken wir dabei nur an Anna Pawlowas Interpretation von Michail Fokins Choreographie des Sterbenden Schwans. Das Ballett nutzt dabei nicht nur die tänzerische Ausdrucks- kraft, sondern auch die künstlerische Gestaltung von Kostümen, insbesondere die des ikonischen Tutus, um die Darstellung des Todes zu verstärken. Das transparent weiße, wadenlange, so genannte romantische Tutu hat seinen Ursprung im 19. Jahr- hundert und war mit der Erfindung des Spitzenschuhs und dem Spitzentanz von der Tanzbühne nicht mehr wegzudenken. Zu dieser Zeit wurden Theaterkulissen zunehmend mit Gaslichtern und den ersten elektrischen Lampen beleuchtet, die das Spiel mit Licht und Schatten, mit der Transparenz von halbtransparenten Vorhängen ermöglichte und zu illusionistischen Darstellungen inspirierte. Diese mystische Kulisse, in der das Tutu fast wie ein schwebender Schleier erschien, beflügelte nicht nur die Fantasie des Publikums, sondern auch Librettisten, Komponisten, Regisseure und Bühnenbildner im Romantischen Zeitalter. Die Transparenz und Leichtigkeit des Tutus verstärkten den Effekt, indem es den Eindruck erweckte, dass die Tänzerin förmlich durch den Raum schwebe – eine Anmutung, die an Geister oder übernatürliche Wesen erinnerte. Es unterstrich die Ästhetik des Todes oder einer übernatürlichen Erscheinung, wie die von Geistern, Feen oder anderen spirituellen Wesen. 

In diesem kulturellen Kontext wurde der Tod nicht mehr als das endgültige Ereignis betrachtet, sondern als ein ästhetisches Konzept verstanden, mit dem menschliche Endlichkeit mit dem Jenseitigen verbunden wurde. Im Ballett Giselle führt die Liebe an sich zum Tod. Die Ästhetisierung des Todes manifestierte sich als kulturelle Tendenz in verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen, einschließlich des klassischen Balletts. Sie spielte sich nicht nur als zentrale Frage auf der Bühne ab, sondern auch als eine existenzielle Frage des wirklichen Lebens im 19. Jahrhundert.

Entnommen aus der Ballettzeitung No. 2, Text: Katja Wiegand.