Wie wird man zur Legende? Und warum bleiben manche Persönlichkeiten stärker im kulturellen Gedächtnis als andere? Im Ballett Nurejew (Premiere: 21. März 2026) wird ausgehend von einer szenisch inszenierten Auktion der persönlichen Gegenstände des berühmten Tänzers nach und nach die Geschichte des Ausnahmekünstlers entfaltet. Seine persönlichen Objekte werden zu Erinnerungsräumen, Zeugnisse eines außergewöhnlichen Lebens und Projektionsflächen für Legendenbildung. Das Forum nimmt diese Idee auf und wirft ein Schlaglicht auf Erinnerungskultur und die Bedeutung von Sammlungen für unser kulturelles Gedächtnis.
Unter dem Thema der Spielzeit 2025/26 Sammlungen und Archive steht am 15. Januar 2026 alles im Zeichen der Ballettlegende Rudolf Nurejew.
Zu Gast sind Prof. Dr. Gabriele Brandstetter, eine der renommiertesten Tanzwissenschaftlerinnen Deutschlands und Trägerin des Deutschen Tanzpreises. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich seit Jahrzehnten mit Tanz als kulturellem Gedächtnis und mit der Frage, wie sich künstlerische Geschichte, Körperwissen und Erinnerung einschreiben und weitertragen.
Einen persönlichen und zugleich historischen Blick bringt Kathlyn Pope ein. Die ehemalige Solistin des Balletts der Deutschen Oper Berlin und frühere Ensembletänzerin des Staatsballetts Berlin tanzte in der Nussknacker-Fassung von Rudolf Nurejew und begegnete ihm auch persönlich. Als heutige Tanzpädagogin des Staatsballetts Berlin bewahrt sie nicht nur Erinnerungen, sondern auch persönliche Gegenstände Nurejews sowie zahlreiche Anekdoten aus jener Zeit.
Eine jüngere Perspektive eröffnet Erick Swolkin, Ensemblemitglied des Staatsballetts Berlin. Der aus Brasilien stammende Tänzer erhielt seine Ausbildung an der Bolshoi Ballet School und tanzte am Bolshoi-Theater in Moskau, wo er 2017 an der Einstudierung des Balletts Nurejew beteiligt war. Auch für ihn ist Rudolf Nurejew eine zentrale Referenzfigur als künstlerisches Ideal, als Maßstab für Ausdruckskraft und als Inspirationsquelle für die eigene tänzerische Entwicklung gewesen.
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt. Englische Passagen werden auf Deutsch.