Brigitte Thom

Brigitte Thom
Erste Ballettmeisterin

*1933

Brigitte Thom wurde 1933 in Dessau geboren. Sie studierte Klassischen und Modernen Tanz bei Veit Büchel in Dessau und Gustav Blank in West-Berlin. Zwischen 1958 und 1969 tanzte sie an der Hamburger Staatsoper; in der Spielzeit 1969/70 war sie außerdem choreographische Assistentin unter der Leitung von Peter van Dyk, 1970 wurde sie Ballettmeisterin der Hamburger Staatsoper. 1974 wechselte sie als Repetitions-Ballettmeisterin an die Grand Opéra National de Paris. 1986 kehrte Brigitte Thom nach Deutschland zurück und arbeitete als Ballettmeisterin an der Deutschen Oper, sowie zwischen 1992 und 1998 an der Staatsoper Unter den Linden.

Bereits 1960 lernte sie George Balanchine in Hamburg persönlich kennen, 1970 begann sie, bei der Einstudierung seiner Choreographien zu assistieren. Seitdem erarbeitete sie eine Vielzahl von Balanchine-Werken mit bedeutenden internationalen Compagnien, beispielsweise in Chicago, Oslo, Helsinki, Amsterdam, Genf, Basel, Tel-Aviv, Pretoria oder München. Brigitte Thom arbeitete mit den Tänzer*innen des New York City Ballet, des Stuttgarter Balletts, der Pariser Oper, der Deutschen Oper Berlin sowie der Staatsoper Unter den Linden. An der Pariser Oper studierte sie 1973 anlässlich der Eröffnung der Ära Rolf Liebermanns Balanchines Chaconne ein, 1976 erneut beim New York City Ballet, wo ihr 1979 auch Walpurgisnacht Ballet anvertraut wurde. An der Grand Opéra Genève erarbeitete sie 1971 die Ballettszenen der Oper Eugen Onegin, 1981 choreographierte Brigitte Thom an der Pariser Oper die Einlagen für Donizettis La Favorite und leitete 1985 außerdem den ersten Concours «Hommage à George Balanchine» in Oyonnax/Frankreich.

Mit dem Ballett der Deutschen Staatsoper Berlin erarbeitete sie die Einstudierungen von Sinfonie in C (1976), La Valse und Die vier Temperamente (1978), Apollon musagète und Capriccio (1989), Theme and Variations (1991), sowie eine größer besetzte Fassung von Sinfonie in C (1994) und schließlich Serenade (2001). Für das Ballett der Deutschen Staatsoper choreographierte sie 1980 ein eigenes Dornröschen und 1982 Aschenbrödel.  1994 begleitete sie das Ensemble mit der Einstudierung von Rudolf Nurejews Raymonda. Zur Arbeit an Balanchine-Choreographien wurde sie regelmäßig von bedeutenden Ballettschulen und Konservatorien eingeladen, darunter 1984 für Le Tombeau de Couperin von der École de danse de l’Opéra de Paris, 1990 und 2000 für Divertimento No. 15 von der Staatlichen Ballettschule Berlin sowie 2001 für Serenade von der Palucca Schule Dresden. [September 2001]