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18.9.2015

Ver.di bestreikt Gewerkschaftsveranstaltung zu Haustarifvertrag für das Staatsballett Berlin

Berlin, 18. September 2015 --- Die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin sind am Mittwoch, den 16. September 2015, erneut einem Streikaufruf der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gefolgt und haben damit eine für das Ensemble organisierte Informationsveranstaltung zum Abschluss eines von ihnen geforderten Haustarifvertrages vereitelt. Zu diesem Informationsgespräch hatten die Künstlergewerkschaften GDBA und VdO eingeladen, die aktuell mit der Stiftung Oper in Berlin und dem Deutschen Bühnenverein einen Haustarifvertrag für das Staatsballett Berlin aushandeln. Der Streikaufruf der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wurde mit der falschen Behauptung begründet, dass es keine Bereitschaft der Arbeitgeberseite zu Haustarifvertragsverhandlungen für die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballets gibt – das Gegenteil ist der Fall.

Die Leitung des Staatsballetts Berlin hatte dem Ensemble im Juni 2015 eine Hausvereinbarung „Bündnis Tanz 2015“ für die von den Tänzerinnen und Tänzern aufgestellten Forderungen vorgelegt, die eine vergleichbare rechtliche Bindung wie ein Haustarifvertrag besitzt. Diese wurde von den Tänzerinnen und Tänzern noch vor der Sommerpause unter der Einflussnahme von ver.di abgelehnt. Um der Forderung nach einem Haustarifvertrag nachzukommen, hat die Leitung des Staatsballetts Berlin gemeinsam mit der Stiftung Oper in Berlin und dem Deutschen Bühnenverein in den vergangenen Wochen Gespräche mit den Künstlergewerkschaften GDBA und VdO geführt und weitgehende Einigung erzielt mit dem Ziel, zum 01. Oktober 2015 einen Haustarifvertrag in Kraft zu setzen. Die beiden Künstlergewerkschaften GDBA und VdO sind die bestehenden Tarifpartner im Flächentarifvertrag „Normalvertrag Bühne“ (NV Bühne), der für die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin gilt.

Mit Blick auf die nächste Tarifverhandlung am 22. September 2015 hatte die Staatsballett-Leitung das Ensemble aufgefordert, gemeinsam mit den Künstlergewerkschaften an der Lösung der aufgeworfenen Probleme zu arbeiten und sich nicht weiter von ver.di für Anspruchsstreitereien zwischen den Gewerkschaften instrumentalisieren zu lassen. Hierzu wurden alle Beschäftigten des Staatsballetts Berlin von GDBA und VdO zu einem Informationsgespräch am Mittwoch, den 16. September 2015, um 17.00 Uhr eingeladen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Tänzerinnen und Tänzer hingegen dem Streikaufruf gefolgt und haben damit die für das Ensemble organisierte Informationsveranstaltung weitgehend vereitelt.

Die Stiftung Oper in Berlin ist seit ihrer Gründung im Deutschen Bühnenverein tarifgebunden und wendet für das gesamte künstlerische Personal, also auch die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts, den Tarifvertrag NV Bühne an, der mit den Künstlergewerkschaften GDBA und VdO geschlossen wurde. Daher sind die Künstlergewerkschaften auch die zuständigen Tarifpartner. Ferner enthält das neue Tarifeinheitsgesetz die klare Botschaft, dass Tarifkollisionen zu vermeiden sind. Sollte ver.di die Zuständigkeit der Künstlergewerkschaften anzweifeln, ist es nach der Gesetzesbegründung Aufgabe der Gewerkschaften, Zuständigkeitsfragen untereinander zu klären, anstatt den Arbeitgeber bzw. die Öffentlichkeit mit kostspieligen Streiks zu belasten. Selbstverständlich hat ein Haustarifvertrag mit den Künstlergewerkschaften GDBA und VdO für alle Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Geltung, darunter auch für die ver.di-Mitglieder und die Ensemblemitglieder ohne Gewerkschaftszugehörigkeit. Das Staatsballett muss vor diesem Hintergrund die Behauptung von ver.di entschieden als falsch und irreführend zurückweisen, dass den Tänzern quasi nahegelegt werde, die Gewerkschaft zu wechseln, um einen angemessenen Tarifvertrag zu erhalten.

Dass ver.di mit falschen Behauptungen eine Informationsveranstaltung bestreiken lässt, unterstreicht das aggressive Machtstreben dieser Dienstleistungsgewerkschaft – um Inhalte geht es ihr ganz offensichtlich nicht.

Pressemitteilung vom 18. September 2015

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