Wir trauern um Birgit Brux

Birgit Brux mit Oliver Wulff in William Forsythes Love Song Birgit Brux mit Oliver Wulff in William Forsythes Love Song
 
Foto: Sabrina Theissen Foto: Sabrina Theissen

Birgit Brux gehörte zu den Urgesteinen des Balletts in Berlin.1973 begann sie ihre Ballettausbil-dung an der Staatlichen Ballettschule Berlin und blieb der Stadt bis auf ein sechsmonatiges Zusatzstudium an der Staatlichen Ballettschule Kiew ihr Leben lang treu. Seit 1980 war sie festes Ensemblemitglied des Balletts der Deutschen Staatsoper Berlin, zunächst als Mitglied des Corps de ballet, ab 1985 mit Solo-Verpflichtung. Bereits als Schülerin trat sie in SCHWANENSEE auf, damals in der Choreographie von Egon Bischoff, und kam so im Laufe Ihres Lebens auf über

170 SCHWANENSEE-Vorstellungen, in denen sie mitwirkte, davon allein mehr als 100 Auf-führungen der Inszenierung von Patrice Bart. Doch ihr Repertoire umfasste noch weit mehr:

Emöke Pöstenyis DOMINO, Tom Schillings SCHLECHT BEHÜTETE TOCHTER (noch als Schülerin) sowie Solo-Partien in seinen Werken COPPELIA und ABRAXAS, sie tanzte außer in SCHWANENSEE auch in Egon Bischoffs DER NUSSKNACKER (Spanischer Tanz, Orientalischer Tanz). Solo-Rollen wurden ihr anvertraut in Alberto Alonsos CARMEN-SUITE , in Youri Vámos‘ CARMINA BURANA. Auch Maurice Béjart wählte sie aus für die Rollen einer Freundin in LE CONCOURS oder der Maria in NACHT/VERKLÄRTE NACHT. Zu ihrem Repertoire gehörten auch George Balanchines SINFONIE IN C, CAPRICCIO und DIE VIER TEMPERAMENTE (»cholerisch«), auch William Forsythes LOVE SONGS, und nach der Wende John Crankos DER WIDERSPENSTIGEN ZÄHMUNG sowie erneut große Klassiker-Fassungen, z. B. Rudolf Nurejews RAYMONDA und Patrice Barts DER NUSSKNACKER.

Seit 2006 baute sie das Education-Programm des Staatsballetts Berlin mit auf und arbeitet seitdem für Tanz ist KLASSE! e.V. als Tanzpädagogin. Der Bühne blieb sie neben ihrer tanzpädagogischen Arbeit jedoch weiterhin als Charaktersolistin treu und konnte bis in die jüngste Vergangenheit noch als eindrucksvoll dargestellte Berthe in GISELLE sowie als Amme in ONEGIN bewundert werden. Ihre Rolle der Aya in Alexej Ratmanskys Rekonstruktion von LA BAYADERE interpretierte sie so überzeugend, dass sie auch in der internationalen Presse einige Beachtung fand.

Die meisten kannten Birgit als Bruxi. Der Name unterstreicht ihre fröhliche, freche, offene Art. Wer Bruxi kennengelernt hat, ob Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen, Publikum oder Gäste, musste sie und ihre Art lieben. Am 11. Dezember ist Birgit Brux nach langer und schwerer Krankheit von uns gegangen.

Uns hat ein besonderer Mensch verlassen, liebenswürdig und herzensgut. Wir werden ihre Fröhlichkeit vermissen. Birgit Brux hat für das Ballett gelebt. Wir werden sie nicht vergessen.

Das Staatsballett Berlin und Tanz ist KLASSE! trauern um Birgit Brux.