Ballet Imperial

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Als eine Reverenz an die Tradition des klassischen Tanzes und an Marius Petipa entstanden, wollte Balanchine auch mit seinem Werk BALLET IMPERIAL seine Auffassung von zeitgenössischem Tanz in einem so genannten Dance Ballet darlegen. »Der klassische Tanz hat sich seit dem Tode Petipas enorm weiterentwickelt, doch das Basis-Vokabular ist das gleiche geblieben«, schreibt Balanchine in seinem Buch »Complete Stories of the Great Ballets«, »aber wir haben neue Wörter, neue Sätze hinzugefügt.«

Das Corps de ballet bildet nicht mehr nur den Hintergrund, sondern dupliziert die Choreographie der Solisten. Balanchine spiegelt die Musik in seiner Choreographie mit höchster Virtuosität, und sein feiner Humor wird spürbar, wenn er den suchenden Prinzen, wie er z. B. aus SCHWANENSEE, BAJADERE  und vielen anderen Balletten Petipas bekannt ist, auch in dieser Hommage auftreten lässt. BALLET IMPERIAL ist im Laufe der Zeit von Balanchine mehrfach umgearbeitet worden. Der Uraufführung 1941 von BALLET IMPERIAL in Rio de Janeiro mit dem American Ballet Caravan folgte zuletzt 1973 eine neue Version mit dem New York City Ballet, seitdem hat Balanchine das Ballett in »Tschaikowsky Concerto No. 2« umbenannt, die Dekoration vereinfacht und die Tänzer in schlichten Tuniken auftreten lassen. Auch eine zuvor noch enthaltene Pantomime wurde gestrichen. Das Ballett der Staatsoper Unter den Linden, später das Staatsballett Berlin, tanzt die Fassung von 1964, als sie noch BALLET IMPERIAL hieß, das bedeutet auch, dass das Ballett in Tutus getanzt wird.

Musik von Peter I. Tschaikowsky
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2, G-Dur op. 44

Choreographie: George Balanchine
Einstudierung: Colleen Neary
Kostüme: nach Reuben Ter-Arutunian und Barbara Karinska

Premiere: 3. Mai 2003
Staatsoper Unter den Linden

Spieldauer: 40 Min.

BALLET IMPERIAL wurde aufgeführt als Teil des Ballettabends WITH/OUT WORDS und im Rahmen des GEORGE-BALANCHINE-BALLETTABENDS wiederaufgenommen.