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SA 19.09.2020, 19:30 UHR

From Berlin with Love II

Staatsballett Gala

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Gala-Veranstaltungen sind bei Publikum und Akteuren gleichermaßen beliebt, denn es werden choreographische Meisterwerke und Raritäten des Repertoires präsentiert. Die Wesensart der Zurschaustellung, die dem Ballett traditionell eingeschrieben ist, mag den Erfolg erklären, der Gala-Veranstaltungen in der Welt des Balletts immer wieder beschieden ist, denn die pure Energie tanzender Menschen, die ihre Kunst meisterlich beherrschen, teilt sich dem Publikum unmittelbar mit. Emotionen und Virtuosität verschmelzen, und mitunter geht es um den Ausdruck reiner Lebensfreude.

Auf dem Programm der Staatsballett Gala FROM BERLIN WITH LOVE II stehen Auszüge und Suiten aus dem klassischen Repertoire der Compagnie; Damen und Herren des Corps de ballet kehren endlich auch auf die Bühne zurück.

 

Programm

PAS DE QUATRE Divertissement
Choreographie: Anton Dolin nach Jules Perrot
Musik: Cesare Pugni

Das Divertissement PAS DE QUATRE wurde 1845 in London uraufgeführt, als die Euphorie um die Ballerinen des Romantischen Zeitalters ihren Höhepunkt erreicht hatte. Marie Taglioni, die Grande Dame des romantischen Balletts, Fanny Cerrito, der Liebling des Londoner Publikums, Carlotta Grisi, ein vielseitiger Star, und Lucile Grahn, die typische Bournonville-Ballerina, standen zueinander in direkter Konkurrenz, aber jede von ihnen hatte ihre individuellen Eigenheiten in jeweiligem äußeren Erscheinungsbild, Temperament und den technischen Fertigkeiten. Jules Perrot, der berühmte Choreograph, brachte die vier Damen erstmalig in einer Choreographie zusammen auf die Bühne. Er gab Musik bei Cesare Pugni in Auftrag, Es werden vier Variationen und einige gemeinsame Passagen getanzt, schließlich endet das Divertissement mit einem für jede Tänzerin schmeichelhaften Finale. Das Staatsballett Berlin präsentiert PAS DE QUATRE nun in der wichtigen Rekonstruktionsfassung von Anton Dolin.

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LE CORSAIRE Pas de deux
Choreographie: nach Marius Petipa
Musik: Riccardo Drigo, Ludwig Minkus (Frauenvariation)

Lord Byrons Gedicht THE CORSAIR hatte Ende des 19. Jahrhunderts den Pariser Choreographen Josph Mazilier zu einem abendfüllenden Ballett inspiriert, in dessen Mittelpunkt ein griechisches Mädchen steht, das einem Sklavenhändler in die Hände fällt, aber auf wunderbare Weise von einem Piraten befreit wird, in den sie sich sogleich verliebt. Marius Petipa schuf wenig später eine neue Fassung und gab dafür Kompositionen bei Riccardo Drigo, Ludwig Minkus und Cesare Pugni in Auftrag. Der Pas de deux, der nicht zuletzt auch wegen einer legendären Film-Aufzeichnung mit Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew in die Ballettgeschichte eingegangen ist, steht in der Überlieferung von Marius Petipa und erfreut sich wegen seiner spektakulären Elemente großer Popularität.

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GISELLE Auszug Zweiter Akt
Choreographie: Patrice Bart nach Jules Perrot
Musik: Adolphe Adam

Die Herrscherin über den zweiten Akt des Balletts GISELLE ist Myrtha, die Königin der Wilis. Diese grausamen Elfenwesen sind als Bräute noch vor der Hochzeit gestorben, weil ihre Liebe verraten wurde, und nun sind sie dazu verdammt, Männer allnächtlich zum Tanzen zu verführen, solange bis diese daran sterben. Mit dem Ballett GISELLE etablierte sich das Genre des ›ballet blanc‹ mit seinen wadenlangen Tutus. Die Partie der Myrtha ist eine der wichtigsten, die im Zeitalter des Romantischen Balletts in der Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde. Allerdings repräsentiert sie den abgründigen Gegenpol, der für die Ästhetik des Romantischen Zeitalters gleichermaßen stilbildend gewesen ist. Myrtha ist zugleich ― tänzerisch wie schauspielerisch ― eine der anspruchsvollsten Rollen für eine Solotänzerin überhaupt.

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SCHWANENSEE Mazurka
Choreographie von Patrice Bart nach Marius Petipa und Lew Iwanow
Musik von Peter I. Tschaikowsky

Der Choreograph Patrice Bart hat in seiner Fassung des Balletts SCHWANENSEE nicht nur die Geschichte um die Hauptfiguren psychologisch neu ausgedeutet, sondern deren Stimmungen auch choreographisch in Bewegung gesetzt. Die Mazurka zeigt Benno von Sommerstein, den Freund des Prinzen Sigfried, mit anderen jungen Männern des Zarenhofs. Ihre Vitalität erhält Ausdruck in einer anspruchsvollen wie energetischen Choreographie, die für die Tänzer des Corps de ballet reizvoll zu tanzen und kennzeichnend für die Handschrift des französischen Choreographen ist.

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SCHWANENSEE Variation Siegfried Erster Akt
Choreographie von Patrice Bart nach Marius Petipa und Lew Iwanow
Musik von Peter I. Tschaikowsky

Die Variation des Prinzen Siegfried am Ende des Ersten Akts von SCHWANENSEE bringt die Sehnsucht des jungen Mannes zum Ausdruck. In der Choreographie von Patrice Bart wird zugleich die Zerrissenheit zum Ausdruck gebracht, die ihn bewegt, da er sich von den höfischen Regeln und der Herrschaft seiner übermächtigen Mutter nicht befreien kann.

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SCHWANENSEE Auszug Zweiter Akt
Choreographie von Patrice Bart nach Marius Petipa und Lew Iwanow
Musik von Peter I. Tschaikowsky

Die allererste Begegnung von Prinz Siegfried mit der in Schwanengestalt gefangenen Prinzessin Odette ist nicht nur ein Schlüsselmoment der Handlung im Ballett SCHWANENSEE, sondern das Duett repräsentiert zugleich den Kern der Ästhetik des klassischen Balletts schlechthin. Das besondere an diesem Adagio zur Musik von Peter I. Tschaikowsky ist, dass der klassische Bewegungskanon von Emotionen durchdrungen wird, sodass die eigentlich abstrakte Choreographie von ihren Interpreten mit individueller Bedeutung erfüllt wird. Das Staatsballett Berlin tanzt das Ballett in der Fassung von Patrice Bart nach Marius Petipa und Lew Iwanow.

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VARIATIONS FOR FOUR Divertissement
Choreographie von Anton Dolin
Musik von Margret Keogh (orchestriert von Robert Savage)

Der britische Tänzer und Choreograph Anton Dolin erschuf mit VARIATIONS FOR FOUR ein Divertissement für vier männliche Solotänzer, das 1957 beim London Festival Ballet uraufgeführt wurde. Jeder der Solisten kann unterschiedliche Qualitäten zum Ausdruck bringen, die individuelle Bühnenerscheinung und Virtuosität stehen dabei im Mittelpunkt. Mit diesem Divertissement ausschließlich für männliche Tänzer nahm Anton Dolin die Entwicklung voraus, die sich mit Mitte der Sechzigerjahre ergeben würde: Die Bedeutung des männlichen Virtuosen nimmt gegenüber der traditionell stärker betonten Ballerina deutlich zu.

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DON QUIXOTE Auszug Dritter Akt
Choreographie von Víctor Ullate nach Marius Petipa
Musik von Ludwig Minkus

Das Ballett DON QUIXOTE ist wegen der Lebensfreude, die darin zum Ausdruck kommt, bei Publikum und Interpreten gleichermaßen beliebt. Der Choreograph Marius Petipa verbrachte im 19. Jahrhundert einige Monate in Spanien, um sich mit der spanisch-akademischen Escuela Bolera zu beschäftigen. Seine Kenntnisse liegen diesem abendfüllenden Ballett rund um Cervantes‘ Don Quixote zugrunde. Der spanische Tänzer und Choreograph Víctor Ullate, selbst ein Sprössling sowohl der Escuela Bolera als auch der klassisch-akademischen Schule, hat die choreographische Überlieferung mit seinem Wissen neu interpretiert: Die Hauptfiguren Kitri und Basil könnten authentischer nicht charakterisiert sein als in dieser Choreographie. Die Szene aus dem dritten Akt des Balletts, berühmt für die Virtuosität all ihrer Variationen, entfaltet in dieser Fassung Raffinesse in konkret spanischem Stil – ein Leckerbissen für Tänzerinnen und Tänzer, für Ballettomanen und Publikum.

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Einige Choreographien werden an die aktuell erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen angepasst.

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Staatsoper Unter den Linden

(Vergangener Termin)

110 Minuten ohne Pause

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