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FR 28.08.2020, 19:30 UHR

From Berlin with Love I

Staatsballett Gala

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Gala-Veranstaltungen sind häufig die Sternstunden der Saison. Sie sind bei Publikum und Akteuren gleichermaßen beliebt, bietet doch eine Gala den Tänzerinnen und Tänzern Spielraum für eigene künstlerische Gestaltung, es werden choreographische Meisterwerke, Raritäten des Repertoires oder vollkommen neue Werke präsentiert; so manche Überraschung wartet auf das Publikum. Dass Gala-Abende sich vielfältig und bisweilen auch kurzfristig zusammenstellen lassen, erlaubt es dem Staatsballett Berlin, aus der Not organisatorischer Planungsunsicherheit in Corona-Zeiten eine Tugend zu machen und gleich zwei Programme maßzuschneidern, für die Staatsoper Unter den Linden und die Deutsche Oper Berlin. Zur Eröffnung einer ganz besonderen, neuen Spielzeit kehrt das Staatsballett Berlin mit virtuosen Pas de deux, Solo-Variationen und Ensemblestücken zurück auf die Bretter, die die Welt bedeuten, um endlich auch wieder das Publikum zu begrüßen und die Liebe zur einzigartigen Kunstform Tanz unmittelbar zu teilen ― »FROM BERLIN WITH LOVE«, die hoffnungsvolle Botschaft des Ensembles in den sozialen Netzwerken aus den Zeiten der Isolation wird zum Titel dieses besonderen Gala-Programms.

 

Auszug aus dem Programm in alphabetischer Reihenfolge

CINQUE Solo
Choreographie: Mauro Bigonzetti
Musik: Antonio Vivaldi

Der italienische Choreograph Mauro Bigonzetti hat sein Stück CINQUE 2011 am Moskauer Bolschoi Theater für fünf Starballerinen der Gegenwart geschaffen, mit der augenzwinkernden Ambition, sie individuell in Szene zu setzen. Polina Semionova, die zur Premierenbesetzung gehörte, präsentiert ihren Part, der auch für sich allein stehen kann, um ihre Persönlichkeit in unverwechselbarer Weise zum Ausdruck zu bringen.

DU BIST DIE RUH‘ Solo (Uraufführung)
Choreographie: Andreas Heise
Musik: Franz Schubert

Der Choreograph Andreas Heise hat in den Zeiten der häuslichen Isolation eine Choreographie für seine Mitbewohnerin Yolanda Correa, Erste Solistin des Staatsballetts Berlin, geschaffen. Fasziniert von der Stimmung des Schubert-Liedes in einer Interpretation für Violoncello und Klavier ergab sich ein getanzter Ausdruck rund um den Ausbruch aus Gewohnheiten, das Überwinden von Grenzen, oder mehr noch: die Sehnsucht eines Individuums, sein Leben zu verändern.

EIN SOMMERNACHTSTRAUM
Choreographie: Heinz Spoerli
Musik: Philipp Glass

In Heinz Spoerlis choreographischer Interpretation (Neueinstudierung 1996) der Komödie von William Shakespeare verbindet sich innovatives Schrittmaterial mit einer sehr persönlichen Ausdruckskraft und Erzählweise. Die Szene zur Musik von Philipp Glass entfaltet den Moment, in dem Titania und Oberon mit den anderen beiden Liebespaaren unmittelbar vor der Hochzeit stehen, ein magischer Moment.

KAZIMIR’S COLOURS Pas de deux
Choreographie: Mauro Bigonzetti
Musik: Dmitri Schostakowitsch

Der in Rom geborene Mauro Bigonzetti ist einer der Protagonisten der italienischen Ballettwelt, die sich in den Achtzigerjahren von der Dominanz der klassisch ausgerichteten Opern-Compagnien befreite. Seine Choreographien für das Aterballetto in Reggio Emilia galten als bahnbrechend und verhalfen ihm auch zu internationalem Erfolg. KAZIMIR’S COLOURS ist 1996 für das Stuttgarter Ballett entstanden. Inspiriert von dem Ideal des Malers Kasimir Malewitsch, das ein künstlerischer Ausdruck universell verständlich sein müsse, sucht Mauro Bigonzetti nach einer expressiven Bewegungssprache, die dieser Geisteshaltung entspricht. Der zentrale Pas de deux des Balletts bringt das Spiel gegensätzlicher Kräfte zum Ausdruck, wie sie auch Schostakowitschs Komposition ihren Niederschlag finden; Übermut und Ironie reiben sich an extremen Stimmungswechseln.

LES BOURGEOIS Solo
Choreographie: Ben van Cauwenbergh
Musik: Jacques Brel

Den tänzerischen Dialog mit dem unsterblichen Jacques Brel choreographierte Ben van Cauwenbergh, der Ballettdirektor des Aalto Ballett Theaters Essen. Seine Choreographie verlangt vom Solisten leidenschaftliche Hingabe an die kraftvolle musikalische Persönlichkeit des französischen Chansonniers.

M-DAO Solo (Deutsche Erstaufführung)
Choreographie: Yabin Wang

Die Choreographin Yabin Wang ist eine der Protagonistinnen des zeitgenössischen Tanzes in China. Sie erabeitet Projekte und Choreographien, die in der kreativen Begegnung zwischen chinesischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern entstehen. In ihrem Tanzstück M-DAO ist Medea, Protagonistin des griechischen Mythos, in die Gefilde eines klassischen China versetzt; die Komposition von Jocelyn Pook reflektiert den Kontext in der Verwendung westlicher und traditionell chinesischer Instrumente.

PAS DE QUATRE Divertissement
Choreographie: Anton Dolin nach Jules Perrot
Musik: Cesare Pugni

Das Divertissement PAS DE QUATRE wurde 1845 in London uraufgeführt, als die Euphorie um die Ballerinen des Romantischen Zeitalters ihren Höhepunkt erreicht hatte. Marie Taglioni, die Grande Dame des romantischen Balletts, Fanny Cerrito, der Liebling des Londoner Publikums, Carlotta Grisi, ein vielseitiger Star, und Lucile Grahn, die typische Bournonville-Ballerina, standen zueinander in direkter Konkurrenz, aber jede von ihnen hatte ihre individuellen Eigenheiten in jeweiligem äußeren Erscheinungsbild, Temperament und den technischen Fertigkeiten. Jules Perrot, der berühmte Choreograph, brachte die vier Damen erstmalig in einer Choreographie zusammen auf die Bühne. Er gab Musik bei Cesare Pugni in Auftrag, Es werden vier Variationen und einige gemeinsame Passagen getanzt, schließlich endet das Divertissement mit einem für jede Tänzerin schmeichelhaften Finale. Das Staatsballett Berlin präsentiert PAS DE QUATRE nun in der wichtigen Rekonstruktionsfassung von Anton Dolin.

SCHWANENSEE Adagio Zweiter Akt
Choreographie: Patrice Bart nach Marius Petipa und Lew Iwanow

Die allererste Begegnung von Prinz Siegfried mit der in Schwanengestalt gefangenen Prinzessin Odette ist nicht nur ein Schlüsselmoment der Handlung im Ballett SCHWANENSEE, sondern das Duett repräsentiert zugleich den Kern der Ästhetik des klassischen Balletts schlechthin. Das besondere an diesem Adagio zur Musik von Peter I. Tschaikowsky ist, dass der klassische Bewegungskanon von Emotionen durchdrungen wird, sodass die eigentlich abstrakte Choreographie von ihren Interpreten mit individueller Bedeutung erfüllt wird. Das Staatsballett Berlin tanzt das Ballett in der Fassung von Patrice Bart nach Marius Petipa und Lew Iwanow.

VARIATIONS FOR FOUR (Deutsche Erstaufführung)
Choreographie: Anton Dolin
Musik: Marguerite Keogh

Der britische Tänzer und Choreograph erschuf mit VARIATIONS FOR FOUR ein Divertissement für vier männliche Solotänzer, das 1957 beim London Festival Ballet uraufgeführt wurde. Jeder der Solisten kann unterschiedliche Qualitäten zum Ausdruck bringen, die individuelle Bühnenerscheinung und Virtuosität stehen dabei im Mittelpunkt.

Einige der Choreographien wurden an die aktuell erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen angepasst.

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Die Kartenbuchung erfolgt aus technischen Gründen im Webshop der Staatsoper Unter den Linden.

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Deutsche Oper Berlin

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