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Fr 26.11.2021 Staatsballett Berlin

Wir lieben den Nussknacker

DER NUSSKNACKER abgesagt? Das Weihnachtsballett schlechthin einfach so gecancelt? In den letzten Tagen war in diversen Zeitungen und auf Social Media zu lesen, dass das Staatsballett Berlin den Ballettklassiker ohne Vorankündigung einfach abgesetzt hätte. Was dran ist an den Pressestimmen, lesen Sie hier:

 

Wird DER NUSSKNACKER gecancelt/abgesagt?
Erst einmal können wir Sie beruhigen. DER NUSSKNACKER ist weder abgesetzt noch gecancelt. Wir lieben den NUSSKNACKER! Und als großes staatliches Ballettensemble ist es unsere Aufgabe, ja unser Bildungsauftrag, die Klassiker weiterhin zur Aufführung zu bringen. Jedoch stand im Sommer 2020 bereits fest: Der Ballettklassiker würde in der momentanen Spielzeit 21/22 ruhen. Dies wurde im Juni 2021 in der Saisonvorschau (Link) angekündigt.

Warum ruht DER NUSSKNACKER in der Saison 21/22?
Es war die Entscheidung der künstlerischen Leitung in diesem Jahr nicht DER NUSSKNACKER, sondern DON QUIXOTE, einen anderen Ballettklassiker von Marius Petipa in der Version von Víctor Ullate ins Programm zu nehmen. Wie schon in anderen Spielzeiten zuvor, ruht DER NUSSKNACKER und kehrt in einer der kommenden Spielzeiten wieder. In welcher Fassung werden wir zu gegebener Zeit bekanntgeben.

Ist DER NUSSKNACKER ein »klarer Fall von Rassismus«?
Dass DER NUSSKNACKER im Ganzen rassistisch sei, haben wir nie behauptet und wird in der Berichterstattung fälschlicherweise weitergetragen. Um sich zu vergewissern, können Sie hierzu gerne das Interview mit Intendantin Dr. Christiane Theobald in der B.Z. (Link) lesen, auf den sich alle folgenden Artikel beziehen. In großer Wertschätzung der Kennerschaft der beiden Choreographen ist es dem Staatsballett ein Anliegen, die Künstler zu schützen. Vasily Medvedev und Yuri Burlaka sind herausragende Choreographen und Meister historischer Rekonstruktion. Wir haben sie als offen für einen kritischen Diskurs erlebt und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Was hat es dann mit den chinesischen und arabischen Tänzen auf sich?
Es hat sich gezeigt, dass einige Passagen in unserer derzeitigen NUSSKNACKER-Version – eine Rekonstruktion des Originals von 1892 – als abwertend empfunden werden können. Zum Beispiel basieren Kostüme des chinesischen Tanzes auf Kostümzeichnungen von damals, die eine karikaturistische Note haben, die nichts mit authentischer chinesischer Kultur gemein haben, damit Stereotypen untermauern. Bereits 2015 gab es Beschwerden aus unserem Berliner Publikum, die wir ernst nehmen möchten. Da wir gleichzeitig den Wunsch teilen, wieder einen NUSSKNACKER zu zeigen, sehen wir uns in der Pflicht, uns näher mit einer Reihe von fraglichen Passagen auseinanderzusetzen, denn einfach streichen, wollen wir die Passagen natürlich nicht!

Bis dahin hoffen wir natürlich, dass Sie uns gewogen bleiben und bei einer der nächsten Vorstellungen von DER NUSSKNACKER in einer kommenden Spielzeit wieder dabei sind.

Ihr Staatsballett Berlin