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Duato präsentiert neue Spielzeit des Staatsballetts Berlin

Künftiger Intendant verspricht behutsamen Wechsel in eine neue Ära

Berlin, 10. April 2014 --- Am heutigen Donnerstag stellte Nacho Duato das Programm zu seiner ersten Spielzeit als Intendant des Staatsballetts Berlin vor. Mit Beginn der Saison 2014 / 2015 im August 2014 wird der spanische Choreograph die künstlerische Leitung der Compagnie übernehmen. Das bestehende Repertoire möchte er behutsam um zeitgenössische Handschriften erweitern. Bis zur Premiere seiner klassischen Choreographie von „Dornröschen“ am 13. Februar 2015 will Nacho Duato sich Zeit nehmen, um das Ensemble und seine neue Heimat Berlin kennen zu lernen. Seine erste Kreation für das Staatsballett Berlin zeigt der renommierte Künstler dann im Mai 2015. Einen wichtigen programmatischen Akzent setzt er bereits zu Beginn der Spielzeit mit seiner Einladung des Béjart Ballet Lausanne. Auch auf den Berliner Nachwuchs wird Nacho Duato ein besonderes Augenmerk legen und eng mit der Staatlichen Ballettschule Berlin zusammenarbeiten.

Anlässlich der Jahrespressekonferenz des Staatsballetts Berlin stellte der zukünftige Intendant Nacho Duato heute den Spielplan für die Saison 2014 / 2015 gemeinsam mit der Stellvertretenden Intendantin Dr. Christiane Theobald und dem Geschäftsführenden Direktor Georg Vierthaler vor. Für seine erste Amtszeit als Künstlerischer Leiter von Berlins einziger klassisch geschulter Ballettcompagnie wird der international renommierte Choreograph das bestehende Programm behutsam um eigene Choreographien und zeitgenössische Handschriften nahmhafter Choreographen ergänzen.

Nacho Duato ist stolz, seine Kreativität nun dem Ballett in Berlin zu widmen, dem er sich seit den 1980er Jahren verbunden fühlt. Mit seiner Entscheidung, nach Berlin zu kommen, folgt er seiner Intuition: „Mein Gefühl sagt mir: Jetzt ist der richtige Moment, den Ruf aus Berlin anzunehmen. Hier passe ich hin.“ Mit seiner Erfahrung als künstlerischer Leiter des Mikhailovsky Theaters in St. Peterburg fühlt er sich bereit, das Staatsballett Berlin auf ein noch höheres Niveau zu bringen. „Es ist mir eine Ehre, die künstlerische Leitung des Staatsballetts Berlin zu übernehmen. Ich möchte an die großartige Entwicklung der letzten zehn Jahre anknüpfen. Ich werde jeden Schritt bewusst gehen und nehme mir die Zeit, die Compagnie in den nächsten Monaten kennen zu lernen. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit darf man nicht in Hektik verfallen. Langsame Schritte tragen einen bekanntlich weiter.“

Um die Identität der Compagnie zu stärken, wird er konsequent vor Ort sein und pro Spielzeit ein bis zwei eigene Kreationen erarbeiten. Dabei liegt sein Fokus auf der Arbeit mit den Tänzerinnen und Tänzern im Ballettsaal, die er als Quelle seiner Inspiration bezeichnete. Dabei wird er vor allem mit dem bestehenden Ensemble arbeiten. Gastsolisten werden nur zu besonderen Gelegenheiten eingeladen. Polina Semionova ist jedoch schon jetzt als Gast gesetzt. Unter Nacho Duatos Intendanz wird die Tänzerin wieder häufiger am Staatsballett Berlin zu sehen sein.

„Dornröschen“ in Nacho Duatos eigener Choreographie wird am 13. Februar 2014 die erste Premiere der Saison sein. Zusammen mit „Der Nussknacker“ und „Schwanensee“ kann das Staatsballett Berlin somit die drei wichtigsten Ballette des Komponisten Peter I. Tschaikowsky in einer Saison zeigen. Das Repertoire aus den großen Klassikern wird am 11. Dezember 2015 außerdem um die Wiederaufnahme von „Giselle“ ergänzt, die Patrice Bart 2000 für das Ballett der Staatsoper Unter den Linden schuf. Neu in das Repertoire gelangt außerdem Nacho Duatos Arbeit „Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere“, eine abendfüllende Choreographie zur Musik von Johann Sebastian Bach, Premiere ist am 14. März 2015. Zum Ende der Spielzeit präsentiert Nacho Duato seine erste Kreation für die Compagnie: Mit „Bella Figura“ von Jiří Kylián und „White Darkness“, einer früheren Arbeit Duatos, wird seine neue Choreographie am 14. Mai 2015 zur Uraufführung gelangen. Darüber hinaus präsentiert Duato dem Publikum zwei Gastcompagnien, die eng mit seinem Werdegang verbunden sind: Das Béjart Ballet Lausanne und Kylworks, ein neu gegründetes Tournee-Ensemble seines engen Freundes Jiří Kylián.

In Bezug auf den tänzerischen Nachwuchs bekräftigte Nacho Duato sein Interesse an einer Kooperation mit der Staatlichen Ballettschule. Sein Ziel ist es, jedes Jahr Tänzer aus der Schule in die Compagnie aufnehmen zu können: „Warum Tänzer aus der Ferne holen, wenn wir hier in Berlin die Möglichkeit haben, hervorragende Tänzer auszubilden?“ Um dies zu erreichen wünscht er sich eine engere Zusammenarbeit und plant, in jeder Spielzeit eine seiner Choreographien mit den Schülern zu erarbeiten. Gespräche mit der dortigen Leitung wurden bereits geführt.

In den vergangenen drei Jahren war Nacho Duato Künstlerischer Leiter des Balletts des Mikhailovsky Theaters in St. Petersburg nachdem er zwanzig Jahre lang die Compañía Nacional de Danza in Madrid führte und ein großes eigenes Repertoire entwickelte. Zuvor arbeitete er als Hauschoreograph für das Nederlands Dans Theater an der Seite von Hans van Manen und seinem Mentor Jiří Kylián, der Nacho Duato zunächst als Tänzer für die Compagnie engagierte. Seine Ausbildung erhielt der in Valencia geborene Künstler an der Rambert School in London, bevor er die Mudra Schule von Maurice Bèjart in Brüssel und das Alvin Ailey American Dance Center in New York besuchte. Das erste Engagement erhielt Duato beim Cullberg Ballet in Stockholm. Zunächst für seine tänzerische Begabung ausgezeichnet, fand bereits seine erste Choreographie „Jardi Tancat“ große Beachtung und öffnete ihm die Türen zu einer internationalen Karriere als Choreograph. Nacho Duato kreierte weit über fünfzig Choreographien, von denen heute zahlreiche in den Spielplänen der weltweit führenden Ballettcompagnien zu finden sind.