Der in Estland geborene Dirigent Vello Pähn erhielt 1981 den Abschluss des Konservatoriums Tallinn und setzte seine Studien am St. Petersburger Konservatorium bei Arvid und Maris Janssons bis 1986 fort. Zwischen 1982 und 1994 war Vello Pähn am Estländischen Staatstheater Tallinn als Dirigent engagiert und erarbeitete sich ein umfangreiches Opernrepertoire, darunter „Carmen“, „Madame Butterfly“, „La Traviata“, „Chowantschina“, „L‘Elisir d’amore“, „Duenja“, „Eugen Onegin“ oder „Le Nozze di Figaro“.

Nach einer künstlerischen Begegnung mit dem legendären Tänzer Rudolf Nurejew wurde er von führenden Theatern und Ballettcompagnien eingeladen, die musikalische Leitung verschiedenster Tanzproduktionen zu übernehmen. Deshalb gastiert er seit 1988 regelmäßig an der Opéra National de Paris. Hier arbeitete er bei einer Uraufführung mit Maurice Béjart zusammen und leitete eine getanzte Version von Prokofieffs „Iwan der Schreckliche“. Seit 1992 wird Vello Pähn regelmäßig auch vom Hamburg Ballett verpflichtet, um dort John Neumeiers „Cinderella“, „Le Sacre du printemps“, die „Fünfte Sinfonie von Gustav Mahler“, „Othello“, Schwanensee“ und „Die Kameliendame“ zu dirigieren. Das Hamburg Ballett begleitete er auf dessen Tourneen nach Japan und St. Petersburg.

Im Sommer 1996 debütierte Vello Pähn beim Savonlinna Opera Festival in Finnland mit dem „Fliegenden Holländer“ (mit Matti Salminen in der Titelrolle) und gastierte mit dieser Produktion bei den Festivals in Peralada und Santander in Spanien sowie beim Hedeland Festival in Dänemark. 1999 und 2000 wurde Vello Pähn erneut nach Savonlinna eingeladen, um dort Gounods „Faust“ zu dirigieren. Es schlossen sich Einladungen an die Dresdner Semperoper an (für „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“) sowie an das Opernhaus Göteborg (für Prokofieffs „Romeo und Julia“). Neben seinen Opern- und Ballettverpflichtungen arbeitet Vello Pähn regelmäßig mit Sinfonieorchestern, vor allem mit dem Staatlichen Estländischen Sinfonieorchester und dem Finnischen Sinfonieorchester Kuopio, dessen musikalischer Leiter er gewesen ist.
2002/03 wurde er wieder ans Opernhaus Tallinn eingeladen, wo man ihm Benjamin Brittens „War Requiem“ und Verdis „La Traviata“ anvertraute. In dieser Saison konnte er erstmalig auch an die Staatsoper Unter den Linden verpflichtet werden, wo er „Nussknacker“ und „Schwanensee“ dirigierte. Ein Ravel-Programm leitete er an der Mailänder Scala.

Sein Kalender ist in naher Zukunft mit Dirigaten in Hamburg, Berlin, Paris und Mailand gefüllt. An der Staatsoper Unter den Linden dirigiert er im Frühjahr 2006 Puccinis „Madame Butterfly“ und Donizettis „L’Elisir d’amore“ sowie Crankos Ballett „Onegin“, das er auch beim Ballett der Wiener Staatsoper leiten wird. Zum ersten Mal hat ihn das Stuttgarter Ballett verpflichtet, dort wird eine Produktion zu Kompositionen von Edgar Varèse erarbeitet.