Monika Lubitz
BALLETTMEISTERIN

wurde in Berlin geboren. Sie erhielt ihre Ballettausbildung an der Staatlichen Ballettschule Berlin, die sie mit einem Zusatzjahr am Choreographischen Institut im damaligen Leningrad vollendete. 1964 trat sie ihr erstes Engagement an der Oper Leipzig an. Emmy Köhler-Richter, die Chefchoreographin, verpflichtete die Absolventin sofort als Solotänzerin und vertraute ihr die Hauptrollen des klassischen und zeitgenössischen Repertoires an. 1969 wurde sie zur Primaballerina ernannt.
1970 folgte Monika Lubitz dem Ruf von Tom Schilling an die Komische Oper Berlin, wo sie bereits seit 1968 gastiert hatte, und wurde festes Mitglied seines Tanztheater-Ensembles. Auch hier erarbeitete sie sich bald eine Vielzahl von Rollen wie z. B. Bianca in „Mohr von Venedig“, Beatrice in „Undine“, die Titelrolle in „Cinderella“ sowie „Match“, „Fancy Free“, „Rhythmus“ oder Herzdame in Crankos „Jeu de cartes“. Parallel gastierte sie ab 1970 regelmäßig an der Deutschen Staatsoper Berlin, wohin sie für die großen Klassiker verpflichtet wurde.
1972 wurde sie schließlich als Primaballerina an die Deutsche Staatsoper Berlin berufen und tanzte hier nicht nur das gesamte klassische Repertoire, sondern interpretierte auch eine große Zahl zeitgenössischer Werke. Zu den herausragendsten Partien ihres Repertoires, die sie im Lauf der Jahre zum Teil in mehreren Fassungen einstudierte, gehörten Odette/Odile („Schwanensee“), Prinzessin Aurora („Dornröschen“), Marie („Der Nussknacker“), „Giselle“, Swanilda („Coppélia“), „Aschenbrödel“, „Undine“, Alberto Alonsos „Carmen“, Wladimir Wassiljews „Lady Macbeth“, „Feuervogel“, Julia („Romeo und Julia“), die Teufelin in Kassatkinas/Wassiljows „Erschaffung der Welt“, Archisposa in Tom Schillings „Abraxas“ oder Choreographien von George Balanchine.
Monika Lubitz ist Nationalpreisträgerin und wurde u.a. mit dem Kunstpreis der DDR und dem Goethepreis der Stadt Berlin ausgezeichnet, außerdem wurde ihr mehrfach der Berliner Kritikerpreis verliehen. Zahlreiche individuelle Einladungen, auch mit ihren Partnern, und Gastspielreisen mit dem Ensemble führten sie in die ganze Welt und bereits ins westliche Ausland, als an den Fall der Mauer noch lange nicht zu denken war.
Nach 26 intensiven Berufsjahren, in denen sie eine große Vielfalt choreographischer Handschriften interpretierte und für ihre makellose Technik und glänzende Bühnenpräsenz berühmt gewesen ist, nahm Monika Lubitz 1990 ihren Abschied von der Bühne. Sie ist dem Tanz als Ballettmeisterin an der Staatsoper Unter den Linden bzw. beim Staatsballett Berlin bis zum Dezember 2006 verpflichtet geblieben.