Livija Pandur
DRAMATURGIE

Nach ihrem Dramaturgie-Studium an der Akademie für Theater, Film und Fernsehen in Ljubljana begann Livija Pandur als Autorin zu arbeiten und wurde als Dramaturgin für verschiedene nationale und internationale Projekte verpflichtet. Von 1991 bis 1996 war sie Chefdramaturgin der Schauspielabteilung des Slowenischen Nationaltheaters Maribor und begleitete unter anderem die Regiearbeiten ihres Bruders Tomaz Pandur: darunter die Oper „Scheherazade“, Goethes „Faust“, Shakespeares „Hamlet“, Mérimées „Carmen“, Dantes „Göttliche Komödie“, Dostojewskis „Russian Mission“ oder Svetinas „Babylon“.

Die dramturgische Arbeit für ihren Bruder führte sie ans Hamburger Thalia Theater (2001–2002), wo sie eigens für das Haus Dantes Trilogie „Die göttliche Komödie“ erarbeiteten. Zu den jüngsten großen Projekten von Livija und Tomaz Pandur zählen „Infierno“ für das Teatro Maria Guererro (Centro Dramatico Nacional, Madrid), „Barroco“ für das Centro Cultural de la Villa Madrid, „Hamlet“ für das Teatro Español oder „Medea“ für das Festival Merida.

Seit 2002 ist Livija Pandur die Leiterin und Produzentin der Theaterorganisation „Pandur.Theaters“. Auch hier begleitet sie die Produktionen ihres Bruders als Dramaturgin: Zu den jüngsten Erfolgsproduktionen dieser Ära gehören Pavics „Dictionary of the Khazars“, „Onehundred Minutes“ (nach Dostojewskis „Die Brüder Karamasov“), „Tesla Electric Company“ oder Camus’ „Calugila“. 1997 gab sie die Theatermonographie „Pandur’s Theatre Of Dreams“ heraus, um die unverwechselbare Regie-Handschrift ihres Bruders, der sich nicht nur in seiner Heimat zu einer Instanz des postdramatischen Theaters entwickelt hatte, zu dokumentieren.