Tschaikowsky
Ballett in zwei Akten von Boris Eifman
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Sandra Hastenteufel | Foto: Sandra Hastenteufel
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„Das Mysterium von Leben und Tod“ erläutert der Untertitel des biographisch inspirierten Balletts und erfasst essenziell das Geschehen auf der Bühne: Die gesellschaftliche Stimmungslage im zaristischen Russland des 19. Jahrhunderts ist geprägt von der scheinbaren Unauflöslichkeit der Konventionen, in denen das Individuum seinen Platz finden muss. Jedes Abweichen von der Norm, jedes Ausbrechen vom vorgezeichneten Lebensweg ist mit tiefen inneren Konflikten des Einzelnen verbunden. Das Leben des Komponisten Peter I. Tschaikowsky liefert so den Stoff für den renommierten und vielleicht interessantesten unter den russischen Choreographen der Gegenwart, Boris Eifman. Er hat sich in einer abendfüllenden Choreographie mit der inneren Zerrissenheit einer Persönlichkeit befasst, die Grenzen überschreitet und Erreichtes zurücklässt, um sich in der Musik zu finden.

Mit dem choreographischen Kunstgriff eines Alter Ego, das er der Hauptfigur an die Seite stellt, kreiert Eifman eine leidenschaftliche, dem klassischen Tanz verpflichtete Reflexion über das Wesen der menschlichen Existenz zwischen Wirklichkeit, Wunsch und Wollen und ein sehr persönliches Porträt des Komponisten.
Handlung
Erster Akt
Peter I. Tschaikowsky liegt im Sterben. Im Fieberwahn ziehen Bilder an ihm vorüber: die böse Fee Carabosse wütet um ihn herum, seine dem Wahnsinn verfallene Ehefrau verfolgt ihn, und endlos quält ihn der Dialog mit seinem Alter Ego. Seinen engen Freunden und Verwandten gelingt es nicht, den Schmerz des Abschieds zu lindern ...
Der junge Komponist fühlt sich einsam im kalten und verregneten St. Petersburg. Es ist ihm eine Qual, in der Welt kreativer Träume gefangen zu sein. Für kurze Momente helfen ihm die Güte und Fürsorge der Baronesse von Meck über den Schmerz hinweg.
Die Begegnung mit der jungen Antonina Iwanowna Miljukowa bringt ihn in die Realität zurück. Sein Interesse schmeichelt ihr, doch führt ihn die kurzzeitige Anziehungskraft in eine tiefe seelische Krise: Er kann sich selbst nicht verleugnen, möchte aber wie jene Männer sein, die Miljukowa umringen.
Schwarze Gedanken quälen ihn, Tschaikowsky fühlt eine tiefe innere Leere. Sein Seelenheil findet er in der Kunst, in seinen Geschöpfen, den weißen Schwänen. Sie geben ihm die Hoffnung auf Seelenfrieden zurück. Allerdings dringt Antonina erbarmungslos in die Welt seiner Klänge ein, und sein zweites Ich, sein Alter Ego, begleitet ihn ständig, grausam enthüllt es ihm seine innere Zerrissenheit.
Die weißen Schwäne weichen seinen schwarzen Gedanken. Der Komponist kann nur seine kostbarste Kreation, den Prinzen, verteidigen. Aber auch dies Geschöpf der Schönheit bereitet ihm Schmerzen: hochmütig und undankbar geht der Prinz, reich an Verstand und voller Leidenschaft, seinen eigenen Weg. Der Komponist verzweifelt, wieder verschaffen ihm einzig die Briefe der Nadeshda von Meck ein wenig Anerkennung.
Die Versuchung, wie all die anderen zu sein, ist in Antonina personifiziert, aber ihre Verlockungen werden zur Qual. Tschaikowsky sucht den Tod, wagt den letzten Schritt aber nicht.

Zweiter Akt
Wieder ertönt Musik. Paare wirbeln tanzend umher, ein jedes führt ein eigenes Leben, hat ein eigenes Schicksal. Einsam ist Nadeshda von Meck unter ihnen, sie gehört nicht zu ihnen.
Tschaikowsky hat sich auf sich selbst zurückgezogen, denn in der Realität bleibt er ein Außenseiter. Mit seiner Veranlagung steht er im Konflikt mit der vorherrschenden Moral, aber nichts vermag ihn von der Suche nach Jugend und Schönheit abzuhalten. Sein Los ist die Einsamkeit.
Nadeshda von Mecks moralische und materielle Unterstützung hält ihn am Leben, doch wie erniedrigend ist es, von den Launen des Wohlstands abhängig zu sein. Antonina verfällt zunehmend dem Wahnsinn.
Einen geheimnisvollen Reiz bekommt das Kartenspiel. Die Welt schrumpft auf die Größe eines Kartentisches, und die Leidenschaft wird eindimensional: Es geht einzig ums Gewinnen. Aber die Gewinnerin ist stets die Pique Dame. Der Briefwechsel mit Frau von Meck endet. Tschaikowsky Seele ist in Stücke gerissen und zerstreut sich wie ein Stapel Karten. Der Tod ist die Erlösung, ein Schritt bis zur Unsterblichkeit!
Montag, 18.01.2010
19.30 Uhr
16 - 66 €

Termine:
05 | 10 | 18 | 26 Januar 2010


Choreographie und Inszenierung: Boris Eifman
Musik: Peter I. Tschaikowsky
Bühnenbild und Kostüme: Viacheslav Okunev
Staatskapelle Berlin
Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin
Musikalische Leitung: Vello Pähn

Tschaikowsky: Vladimir Malakhov
Alter Ego: Wieslaw Dudek
Tschaikowskys Frau: Nadja Saidakova
Nadeshda von Meck: Beatrice Knop

2:00 h | 1 Pause