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SO 14.02.2016, 18:00 UHR

Herrumbre

Choreographie von Nacho Duato
Musik von Pedro Alcalde, Sergio Caballero und David Darling

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Premiere

Terror und Gewalt sind so alt wie die Menschheit selbst. Unheilbar verwundet lassen sie Kreaturen zurück, denen systematisch und bewusst Schmerz zugefügt wurde. Horror, Unterdrückung und die Abgründe menschlicher Qualen könnten dunkler nicht sein und sind doch Teil des alltäglichen Lebens, wenn sie in der Bilderflut der Nachrichtenwelt zu Banalitäten werden. Nacho Duatos Choreographie „Herrumbre“ widmet sich diesem Thema.

Mit Duatos „Herrumbre“ betritt das Staatsballett Berlin ästhetisches Neuland. Äußerst modern und zugleich politisch präsentiert sich diese wichtige Arbeit von Nacho Duato. Entstanden ist „Herrumbre“ 2004, in jenem Jahr, als in Madrid morgendliche Pendler terroristischen Bombenanschlägen zum Opfer fielen. Nacho Duato wohnte nur wenige hunderte Meter von einem der vier Anschlagsorte entfernt. 2004, das war auch das Jahr, in dem Fotos von gefolterten Häftlingen des US-amerikanischen Gefangenenlager Guantanamo um die Welt gingen.

Unter diesen Eindrücken entschloss sich Nacho Duato, den Terror und die fatalen wie ausweglosen Abgründe menschlichen Schmerzes zum Thema einer neuen Choreographie zu machen. Unerbittlich zeichnet Nacho Duato Spuren erlebten Schmerzes choreographisch nach. Zugleich formuliert er mit seiner Inszenierung einen Aufruf zur Wahrung der menschlichen Würde. Mit verstörenden Bildern tiefster Demütigung will er den Blick ins Dunkel lenken, durch das die Torturen einzig durch Andeutungen umso deutlicher enthüllt werden.

Das szenische Wechselspiel wird von fahlem Licht und beängstigendem Schatten verstärkt, die sich über das scharfkantige, metallische Bühnenbild des Architekten Jaffar Chalabi legen. Den Terror der Unterdrückung bringt auch die Musik zum Ausdruck: Der Musiker und Komponist Pedro Alcalde, wie Chalabi ein langjähriger Wegbegleiter Duatos, hat gemeinsam mit Sergio Caballero, einem Komponisten elektronischer Musik, die klangliche Grundlage geschaffen. Ergänzt um David Darlings „Dark Wood“, ein Werk, das solistische Klänge eines Cellos elektronisch erweitert, entsteht eine aufwühlende Atmosphäre, die niemanden kalt lassen wird.

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Die Kartenbuchung erfolgt aus technischen Gründen im Webshop der Staatsoper im Schiller Theater. Bitte haben Sie Verständnis, dass Sie online keine Ermäßigungen geltend machen können. Ermäßigte Karten können Sie telefonisch unter +49 (0)30 20 60 92 630 erwerben.

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