Team Nacho Duato

INTENDANT

In Valencia/Spanien geboren, begann Nacho Duato seine professionelle Tanzausbildung mit achtzehn Jahren an der Rambert Schoolin London. Danach studierte er an der Mudra Schule von Maurice Béjartund vervollständigte seine Ausbildung schließlich beim AlvinAiley American Dance Center in New York.
1980 unterzeichnete Nacho Duato seinen ersten Vertrag beim Cullberg Ballet in Stockholm. Bereits ein Jahr später engagierte ihn JiříKylián an das Nederlands Dans Theater nach Den Haag. Für seine Verdienste als Tänzer wurde Nacho Duato 1987 mit dem „VSCD Gouden Dansprijs“, dem Goldenen Tanzpreisdes Verbands der Theater- und Konzerthäuser der Niederlande, ausgezeichnet. Seine Begabung ließ Nacho Duato schon bald über die Grenzen des Tänzers hinauswachsen und sich parallel der Choreographie zuwenden. Sein erster choreographischer Versuch 1983 für das Nederlands Dans Theater, „Jardí Tancat” zu der spanisch-katalanischenMusik von Maria delMar Bonet, wurde ein viel beachteter Erfolg und brachte ihm den ersten Preis des Internationalen Choreographischen Wettbewerbs in Köln ein.
1986 wurde Nacho Duato vom Nederlands Dans Theater zum Hauschoreographen neben Hans van Manen und JiříKylián ernannt. In dieser Zeit entstandenmehr als ein Dutzend Choreographien, unter anderem: „Danza y Ritmo“ (Carlos Chávez), „Ucelli“ (Ottorino Respighi), „Synaphai“ (Iannis Xenakis/Germanos Vangelis), „Boléro“ (Maurice Ravel), „Arenal“ (Maria del Mar Bonet), „Chansons Madécasses“(Maurice Ravel), „Raptus“ (zu Richard Wagners Wesendonck-Liedern), „Dreams of Ether“ (Marcel Landowsky), „Lament“ (Henryk Górecki). Für die meisten Produktionen arbeitete er mit dem Bühnenbildner Walter Nobbe zusammen.

1990 lud das Kulturministerium in Madrid Nacho Duato ein, in sein Heimatland zurückzukehren und bot ihm die Leitung der Compañía Nacional de Danza an. Bis 2011 schuf Nacho Duato dort ein umfangreiches Œuvre und erlangte mit seinem Ensemble weltweite Aufmerksamkeit. In diesen 20 Jahren schufer über 30 Werkefür das Repertoire der Compagnie, darunterauch: „Cor perdut“ (Mar del Mar Bonet, 1989), „Concierto Madrigal“ (Joaquín Rodrigo, 1990), „Opus piat“ (Ludwig von Beethoven, 1990), „Rassemblement“ (Toto Bissainthe, 1990), „Na Floresta“ (Heitor Villa-Lobos/ Wagner Tisso, 1990), „Kaburias“ (Leo Brouwer, 1991), „Duende“ (Claude Debussy, 1991), „Empty“ (Musikcollage, 1991), „Coming together“ (Frederic A. Rzewski, 1991), „Mediterrania“ (Musikcollage, 1992), „Cautiva“ (Alberto Iglesias, 1993), „Alone, for a second“ (Erik Satie, 1994), „Tabulae“ (Alberto Iglesias, 1995), „Ecos“ (Stephan Micus, 1994), „Cero sobre cero“ (Alberto Iglesias, 1995), „Por vos muero“ (Musik des 16. Jahrhunderts, 1996), „Self“ (Alberto Iglesias, 1997), „Ofrenda de sombras“ (Musik des 16. Jahrhunderts, 2000), „Arcangelo“ (Arcangelo Corelli u.a., 2000), „White Darkness“ (Karl Jenkins, 2001), „Txalaparta“ (Kepa Junkera, 2001), „Castrati“ (Antonio Vivaldi/Karl Jenkins, 2002), „L’ Homme“ (György Kurtág, 2003), „Herrumbre“ (Pedro Alcalde/Segio Caballero, 2004), „Diecisiete“ (Pedro Alcalde/Segio Caballero, 2005), „Hevel“ (Pedro Alcalde/Segio Caballero, 2007), „O domina nostra“ (Henryk Górecki, 2008) oder „Cobalto“ (Pedro Alcalde/Segio Caballero, 2009).

Während seiner Zeit bei der Compañía Nacional de Danza kreierte Nacho Duato aber auch für andere Compagnien. 1992 entstand „Duende“ für das Nederlands Dans Theater zur Musik von Claude Debussy. Am American Ballet Theatre kreierte er 1997 „Remanso“ zur Musik von Enrique Granados und im Jahr 1998 „Without Words“ (Franz Schubert). 1998 choreographierte er „Romeo und Julia“ (Serge Prokofieff), sein erstes abendfüllendes Ballett. Es folgten „Multiplicity. Forms of Silence and Emptiness“ (JohannS. Bach, 2000), „Alas“ (2006), „Infinite Garden“(2010). In Berlin adaptierte Nacho Duato 1995 „Duende“ an der Deutschen Oper Berlin, 2002 „Without Words“ an der Staatsoper Unter den Linden und 2012 „Arcangelo“ mit dem Staatsballett Berlin.

Ein Jahr nach seinem 20-jährigen Jubiläum mit der Compañía Nacional de Danza verlies er sein Heimatland Spanien und wurde am 1. Januar 2011 zum Künstlerischen Leiter des Mikhailovsky Theaters in St. Petersburg ernannt. Dort brachte er 2011 unter anderem zwei Kreationen zur Uraufführung, „Nunc Dimittis“ und „Invisible“, und entwickelte eigene Versionen von „Dornröschen“, „Romeo und Julia“ sowie „Der Nusknacker“.

Sein jüngstes Werk “Depakine” schuf er 2014 für die Martha Graham Dance Company. Heute finden sich seine Stücke im Repertoire der wichtigsten Ballettcompagnien weltweit, darunter das Ballet de l’Opéra National de Paris, das Cullberg Ballet, das Nederlands Dans Theater, Les Grands Ballets Canadiens, das Australian Ballet, das Stuttgarter Ballett, das Ballet Gulbenkian, das Finnish Opera Ballet, das San Francisco Ballet, das Royal Ballet Covent Garden, das Bolschoi Ballett, das Boston Ballet, das Royal Danish Ballet, das Royal Swedish Ballet, das American Ballet Theatre, das Staatsballett Berlin oder das Ballett des Mikhailovsky Theaters St. Petersburg.

Als Choreograph erhielt Nacho Duato mehrere Auszeichnungen:1995 „Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres” von der Französischen Botschaft in Spanien, 1998 Gold-Medaille für Verdienste in den Schönen Künsten von der Spanischen Regierung, 2000 „Benois de la danse” für seine Choreographie „Multiplicity. Forms of Silence and Emptiness“ und 2003 Premio Nacional de Danza für Choreographie. Spaniens Außenministerium verlieh im darüber hinaus die „Medalla al Merito Civil”. 2015 erhielt er den Preis der Stadt Alcalá für Künste und Literatur.

Seit der Spielzeit 2014 / 2015 ist Nacho Duato Intendant des Staatsballetts Berlin. Nachdem er bereits seine Inszenierungen „Dornröschen“, „Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere“, „White Darkness” „Herrumbre“, „Castrati“ und seine Kreation „Static Time“ mit dem Staatsballett erarbeitet hat, folgen in seiner dritten Spielzeit die Inszenierung  „Der Nussknacker“ sowie eine weitere Kreation.

 

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